MARKUS FRÄGER

Markus Fräger, Schlafende, 2016 Öl auf Leinwand, 80 x 100 cm

Markus Fräger, Schlafende, 2016 Öl auf Leinwand, 80 x 100 cm

MARKUS FRÄGER
Die Wirksamkeit des Vergangenen

16. 6. 16 – 30. 7. 16
Vernissage am Donnerstag, dem 16. Juni von 18-20 Uhr, in Anwesenheit des Künstlers

„Du schaust umher und siehst nicht, wo du stehst im Üblen, nicht, wo du wohnst, und nicht, mit wem du lebst – Weißt du, von wem du bist?“
(Sophokles: König Ödipus).
So scheint auch der Betrachter in Frägers Bildern eingeladen dem antiken Enträtseler Ödipus zu folgen, der geblendet umherirrend, den Frieden suchend, am Ende doch gezwungen ist, das Mysterium der eigenen schicksalhaften Existenz zu ertragen.

Es sind Momentaufnahmen – vielleicht nur Bruchteile von Sekunden einer Begebenheit – die Fräger in virtuoser Malerei festhält: Düstere Szenen, wie sie sich einem, für die Modelle unsichtbaren, Fotografen beim Durchschreiten der Räume eines Hauses dargestellt haben könnten. Wie in den Bildern „Die Probe“ oder „Der Dämon“ thematisiert der Künstler scheinbar zufällige Begegnungen, wie Tisch – oder Küchengespräche und scheint  dabei gerade gelebte Zeit zu versiegeln. Seine Figuren scheinen, spontan agierend und manchmal bewegungsreich gestikulierend, in sich gefangen zu sein: Nicht allein und dennoch einsam, den Augenkontakt zum Betrachter suchend oder ins Leere blickend. Bedrohlich wirken die Schatten von nicht sichtbaren Gestalten, die sich an den Wänden abzeichnen.

Bewusst nimmt der Maler architektonische Strukturen auf: Verschachtelungen hintereinander liegender Räume, Spiegelungen auf Fenstern und Glastüren, führen den Blick in seine Bildkomposition. Sie lassen sich zugleich deuten als das undurchdringliche Labyrinth der Seelen, in dem sich die Protagonisten gefangen sehen. Wie magisch – durch den Blick ins Heimelige, das Heimliche und Unheimliche – ins Geschehen gezogen, beginnt der Betrachter nach einem Vorher und Nachher zu suchen. Gleichzeitig lässt ihn seine Rolle als Voyeur das Außen und Innen spüren. Durch das  Angebot dieser unterschiedlichen, zeitlichen wie räumlichen, Wahrnehmungsperspektiven, gelingt es Fräger meisterhaft, die relative Wahrnehmung von Zeit zu illustrieren. (Kunstverein Hamm)

Espace 2, 21 rue du Saint-Esprit, L-1475 Luxembourg

 

Markus Fräger, Im Bunker, 2015, Öl auf Leinwand, 100 x 120 cm

Markus Fräger, Im Bunker, 2015, Öl auf Leinwand, 100 x 120 cm

 

Markus Fräger, Die Befreiung, 2016, Öl auf Leinwand, 110 x 140 cm

Markus Fräger, Die Befreiung, 2016, Öl auf Leinwand, 110 x 140 cm

 

Markus Fräger, Das Ärgenis, 2016, Öl auf Leinwand, 100 x 80 cm

Markus Fräger, Das Ärgenis, 2016, Öl auf Leinwand, 100 x 80 cm